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hortus picum viridium
hortus picum viridium

Totholz --- Quelle des Lebens

Der Begriff Totholz wird im Biotopschutz für abgestorbene Bäume oder Teile davon verwendet. Viele Organismen haben sich im Verlauf der Evolution an diesen Lebensraum und seine unterschiedlichen Zerfallsstadien angepasst.

Mindestens die Hälfte ihres Beitrags zum Leben leisten die Bäume nach dem Tod, schreibt der amerikanische Biolgieprofessor David G. Haskell in seinem faszinierenden Buch "Das verborgene Leben des Waldes".  Die Vitalität eines Waldökosystems misst er an der vorhandenen Baumleichendichte.

 

Deshalb ist es wichtig, dass in naturnahen Lebensräumen reichlich Totholz vorhanden ist. Ein Reisighaufen, der dem Igel als Unterschlupf dient, ist sicherlich auch im kleinsten Garten unterzubringen und gut als "Einstieg" geeignet. Baumwurzeln können sehr zur optischen Aufwertung einer Schattenecke beitragen und sind ganz nebenbei auch noch Lebensgrundlage für Moose, Farne, und Pilze. Lassen Sie sich auf das Abenteuer Totholz in ihrem Garten ein --- unendlich viele spannende Beobachtungen werden der Lohn dafür sein.

 

 

Ein Nachbar hatte diesen alten Kirschbaum in seinem Garten gefällt, das Holz sollte verbrannt werden. Ich konnte ihn davon überzeugen, dass solches Holz zum Verbrennen viel zu schade wäre, kann es doch unzähligen Tierarten als Kinderstube dienen. 

Leider war der Stamm schon zersägt... Noch besser wäre es gewesen, den Stamm als Ganzes auszulegen.

 

 

 

 

Auch "schweres Gerät" kam zum Einsatz, um unhandliche Baumwurzeln auf dem Grundstück zu arrangieren. 

 

 

 

Goldglänzender Rosenkäfer

 

Rund ein Viertel aller bei uns vorkommenden Käferarten durchleben ihr Larvenstadium in abgestorbenem Holz. Zu ihnen gehört auch der goldglänzende Rosenkäfer, der hier auf einer Distel Pollen verspeist.

 

 

 

Grabwespen an morschem Holz

 

Diese Grabwespen nagen ihre Brutzellen in morsches Holz. Bevorzugt wird Holz von Obstbäumen, die sich im Prozess der sogenannten "Weißfäule" befinden.

Die Grabwespen gelten als große Blattlausvertilger, weshalb sich jeder Naturgärtner über ihre Anwesenheit freut.

 

 

 

Grabwespe bringt Proviant in ihre Brutzelle

 

Andere Grabwespen legen ihre Brutzellen in dürren Zweigen an, aus denen sie vorher das Mark ausgenagt haben. Dieses Exemplar trägt gerade eine erbeutete Blattlaus  (der hellgrüne Punkt unter ihrem Körper) in ihre Brutzelle. Wenn sie ca. 50 Blattläuse eingtragen hat, legt sie ein Ei dazu. Die geschlüpfte Larve ernährt sich später von dem Blattlausvorrat.

 

 

 

Rossameisen beim Nestbau in morschem Holz

 

Ameisen sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele andere Tierarten. Prominente Beispiele hierfür sind der Grünspecht und der Wendehals. Diese Vögel ernähren sich fast ausschließlich von Ameisen. Auch bei Eidechsen und Blindschleichen stehen sie auf dem Speiseplan.

Viele Ameisenarten legen ihre Nester in morschen Baumstämmen an. 

 

 

 

Großer Buntspecht

 

Der große Buntspecht kommt noch recht zahlreich vor und kommt mitunter bis in unsere Gärten. 

Auch seine Lebensgrundlage ist totes bzw. absterbendes Holz.

Seine Bruthöhlen legt er im weichen Holz von nicht mehr gesunden Bäumen an und seine Nahrung besteht außer im Winter hauptsächlich aus Insekten und deren Larven, die er unter der Borke von morschen Bäumen findet. 

 

 

 

Wer sich umfassender darüber informieren möchte, welche wichtige Funktion abgestorbenes Holz im Naturkreislauf hat und wie man es auch im Garten als förderndes Element für die Artenvielfalt einsetzen kann, dem sei nebenstehendes Büchlein von Werner David empfohlen.

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Artenvielfalt bewahren im eigenen Garten. Verantwortlich für den Inhalt: Martin Herbst