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hortus picum viridium
hortus picum viridium

Welchen Beitrag kann eine Hecke zur Artenvielfalt leisten ?

 

Der gewünschte Zielzustand ist, dass möglichst viele Tiere von der Hecke profitieren. Sie soll Folgendes bieten  bzw. sein:  

            

--- Unterschlupf 

beispielsweise für Säugetiere wie Igel, Mauswiesel und Sptitzmäuse, aber auch für Eidechsen, Blindschleichen und Frösche bzw. Kröten und Molche

 

 --- Nistmöglichkeiten

für Vögel, z.B. für Zaunkönig, Rotkehlchen, Grasmücken oder Rotrückenwürger

 

--- Nahrungsgrundgrundlage für Insekten

sowohl in Form von Nektar und Pollen der Blüten, als auch in Form von Blättern als Nahrung für die Raupen bestimmter Schmetterlinge

 

---Nahrungsgrundlage für Vögel 

hier kommen Einerseits die Früchte, Beeren oder Hagebutten zum Tragen, Andererseits die vielen Kleintiere wie Spinnen, Asseln oder Tausendfüßler, denen die Hecke Lebensraum bietet

 

 

 

Wie sollte so eine Hecke optimalerweise beschaffen sein ?

Am Besten aus einheimischen Laubgehölzen. --- Weshalb ?

 

 

 

Unsere Insekten haben sich zusammen mit diesen Pflanzen über Millionen von Jahren in Abhängigkeit zueinander entwickelt.

Einheimische Pflanzen sind außerdem optimal an unser Klima und unsere Böden angepasst. Dadurch sind sie widerstandsfähig und brauchen weder Dünger noch Pestizide.

Je mehr verschiedene Gehölze wir in der Hecke unterbringen, desto höher ist die Anzahl von Tieren, die davon profitiert.

 

 

Ein Arrangement aus Koniferen wäre keine gute Wahl. Nadelgehölze gehören zu den sogenannten "Nacktsamern", die sich zu einer Zeit der Erdgeschichte entwickelt haben, als es noch für Millionen von Jahren keine Insekten gab. Sie produzieren also keinen Nektar um Insekten anzulocken, die Bestäubung geschieht in der Regel durch den Wind. Einige Vogelarten bauen zwar ihre Nester darin und die Früchte von Eibe und Wacholder werden von Amseln und Drosseln gefressen.

Weil Nadelgehölze aber bei den Kriterien "Blüten mit Nektar und Pollen" und "Blätter als Futter für Raupen" null Punkte erzielen, schneiden sie im Vergleich zu Laubgehölzen sehr schlecht ab.  Ihr Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in unseren Gärten ist minimal.

Auf Pflanzen aus fernen Ländern sollte verzichtet werden. Häufig leisten sie keinen Beitrag zur Artenvielfalt.

Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Forsythie aus China, die man in vielen Gärten sieht. Sie ist aus Sicht der mitteleuropäischen Tierwelt eine schlechte Adresse, weil sie weder Nektar noch Früchte produziert.

Eine bessere Alternative hierzu ist die einheimische Kornelkirsche. Sie blüht vielerorts früher als die Forsythie und ähnlich gelb... ist aber im Gegensatz zu dem Strauch aus China ein wahrer Magnet für Wildbienen. Auch sind ihre Früchte für Vogelarten wie Dompfaff und Kernbeißer ein Leckerbissen.

 

Unterschlupf und Nistmöglichkeiten

 

Benjes-Hecke mit Initial-Bepflanzung

 

Um optimale Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten, habe ich Reisig und Totholz zu einem Wall aufgeschichtet. Die höher werdenden Sträucher wie beispielsweise Salweide, Eberesche, Kornelkirsche, Schlehe und Weißdorn wurden oberhalb des Walls gepflanzt.  Niedrigere Arten wie Heckenrose, Berberitze, sowie die Wildformen von Himbeere, Johannisbeere und Stachelbeere  haben ihren Standort unterhalb des Walls.

 

 

In den Wall wurden mehrere Igelunterkünfte integriert, die ich aus Wegplatten selbst gebaut und mit Stroh aufgefüllt habe. Während der abgebildeten Bauphase mussten die Objekte frei zugänglich sein,  nach Fertigstellung wurden sie völlig hinter Reisig und Totholz versteckt.

 

 

Geöffneter Nistkasten für Mauswiesel

Um einem der besten Wühlmaus-Vertilger die Ansiedlung in meinem Hortus schmackhaft zu machen, habe ich Niskästen für das Mauswiesel in der Hecke untergebracht. Die Kistchen aus Lärchenholz (hier im Bild ohne Deckel) habe ich so unter Steinen versteckt, dass sie nach Möglichkeit keinen Regen abbekommen. 

Das Mauswiesel kann wegen seiner geringen Größe als einziges Raubtier den Wühlmäusen bis in ihre unterirdischen Gänge folgen und die Wühlmausdichte dadurch gut in Schach halten.

 

Eine Bezugsquelle für Mauswiesel-Nistkästen finden sie hier...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige Nutznießer, die in der durch Reisig und Totholz aufgewerteten Hecke Unterschlupf gefunden haben:

 

 

 

 

Die Hecke als Nahrungsgrundlage für Insekten

 

Heckenrose

 

Die Blüten einer Hecke aus Laubgehölzen dienen vielen Insekten als wichtige Nahrungsquelle...

 

Blühende Salweide mit Wiesenhummel

 

Für Hummelköniginnen, die zum Teil schon Ende Februar aus dem Winterschlaf kommen, ist die Salweide mit ihren Kätzchen häufig die erste Anlaufstelle.

 

 

 

Gebänderter Pinselkäfer auf Brombeerblüte

 

Die Pollen der Brombeerblüten sind eine bevorzugte Speise des gebänderten Pinselkäfers.  Sein Aussehen, das entfernt an eine Hummel erinnert, soll ihn vor Freßfeinden schützen.

 

 

 

Zitronenfalter

 

Nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter vieler Sträucher dienen Insekten als Nahrung.

Während sich erwachsene Schmetterlinge hauptsächlich von Nektar ernähren, fressen ihre Raupen überwiegend Pflanzenblätter.

Abgebildet ist der nicht mehr häufig anzutreffende Zitronenfalter aus der Familie der Weißlinge,

der seinen Rüssel in die Blüte einer Kartäusernelke versenkt hat, um tief im Inneren der Blüte an den Nektar zu gelangen.

Seine Raupen ernähren sich von den Blättern des Faulbaums. Um diese Art zu fördern, habe ich mehrere Faulbaumsträucher in meiner Hecke untergebracht.

 

 

Kleiner Schlehen-Zipfelfalter

 

Ein weiteres Beispiel für einen Schmetterling, dessen Raupen Blätter von Sträuchern fressen, ist der stark gefährdete kleine Schlehen-Zipfelfalter. Wie sich aus dem Namen ableiten lässt, legt er seine Eier am Schlehdorn ab.

 

 

Nahrungsgrundlage für Vögel

 

Hagebutten der Heckenrose

 

Die Ausbreitung vieler Sträucher geschieht dadurch, dass Vögel die Früchte fressen und an einem anderen Ort die darin enthaltenen Samen mit ihrem Kot wieder ausscheiden. Diese Strategie trifft sowohl für die Heckenrose wie auch für die darunter abgebildete Berberitze zu.

 

 

 

Frisch gepflanzte Berberitze voller Beeren

 

Im Herbst hängt die Berberitze voller kleiner roter Beeren und wird interessant für die Vögel.

Zur Blütezeit aber Anfang Mai ist sie eine Top-Adresse für Hornissen. Jetzt erwachen die jungen Königinnen aus ihrem Winterschlaf und benötigen dringend "Kraftfutter" für die kräftezehrende Nestgründung. Weil der Nektar der Berberitze die Hornissenköniginnen magisch anzieht, darf die Berberitze in meiner Hecke nicht fehlen.

 

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Artenvielfalt bewahren im eigenen Garten. Verantwortlich für den Inhalt: Martin Herbst